Augsburger Globuli-Manufaktur bei ARTE – eingebettet in viel Kritik an der Homöopathie

Heute Abend (Samstag, 15. Februar) ist die Gudjons Homöopathie Manufaktur Augsburg bei ARTE zu sehen.

Immer wieder faszinierend, wie promovierte Pharmazeuten im 21. Jahrhundert voller Enthusiasmus die absurden Herstellungsrituale von Homöopathika vorführen (ab Minute 18:20).

Die Doku wird um 21.50 Uhr gesendet und ist bereits jetzt in der Mediathek verfügbar.

Allerdings sind die Bemühungen von Gudjons-Chef Dr. Hannes Proeller eingebettet in einen insgesamt durchaus kritischen Beitrag:

Der Film ist sehr bemerkenswert und dürfte auch so manchen Unentschlossenen – schaut er genau zu – zum Nachdenken anregen,

kommentiert das Informationsnetzwerk Homöopathie (INH). Als Kritiker der Globulisierung kommen Dr. Natalie Grams und Dr. Norbert Aust zu Wort. Zum fertigen Beitrag sagt Grams:

Super guter Beitrag (52 min), der perfekt hinführt zu dem, was Homöopathie wirklich ist: ein oftmals optimal ausgenutztes Placebo.

Dr. Proeller vertritt die Überzeugung, dass Homöopathika „sehr wichtig“ für eine Apotheke seien und unbedingt dort hin gehörten. Eine andere Auffassung hat Iris Hundertmark, die im oberbayerischen Weilheim die erste Homöopathie-freie Apotheke Deutschlands betreibt.

Sie ist erklärtermaßen

…. das Risiko eingegangen, meine berufliche Existenz mit Karacho gegen die Wand zu fahren und alles zu verlieren, was ich mir die letzten Jahre über wirtschaftlich aufgebaut habe.

Und warum?

Ich kann durch mein pharmazeutisches Wissen am allerbesten beurteilen, welche Arzneimittel wirken und welche nicht. Pharmazeuten sind Profis im Studienlesen. Deshalb weiß ich: Homöopathie wirkt nicht.

Wie viel Überzeugungsarbeit bei Apothekern noch zu leisten ist, merkte auch Natalie Grams bei einem Vortrag vergangene Woche bei der Apothekerkammer Niedersachsen:

Aber es wird langsam – wie man an dem ARTE-Beitrag oder auch an der sehr kritischen SWR-Doku „Homöopathie – Heilung oder Humbug?“ vor zwei Wochen sieht.

Zum Weiterlesen:

  • Video: „Homöopathie – Sanfte Medizin oder Hokuspokus?“, GWUP-Blog am 15. Februar 2020
  • Warum ich Kritik an der Homöopathie wichtig finde – Heute: Iris Hundertmark, Onkel Michael am 25. August 2019
  • Apotheker, PTA und der Kampf um die Evidenz, Susannchen braucht keine Globuli am 12. August 2018
  • Apotheken zwischen Gesundheit und Geschäft, Susannchen braucht keine Globuli am 10. März 2018
  • #Der Apotheker im Interview, Susannchen braucht keine Globuli am 26. März 2019
  • Homöopathie in der Apotheke: „Es ist ein Drama“, GWUP-Blog am 29. November 2019
  • Check zur Homöopathie-Beratung: Apotheken verschweigen Stand der Wissenschaft, medwatch am 20. März 2018
  • Homöopathie in der Pharmazie – eine Bestandsaufnahme; Teil 1 und Teil 2, blooDNAcid am 8. Oktober und 5. November 2012

Bayerische Staatsregierung soll sich mit OCG und Klagemauer-TV befassen

Immerhin:

Der Innenausschuss des bayerischen Landtags fordert von der Staatsregierung einen Bericht über die Umtriebe der OCG und deren Youtube-Präsenz „Klagemauer-TV“.

Das berichtete gestern Abend das BR-Magazin Kontrovers.

Damit dürfte auch das „Bürgergespräch“ der Mertinger OCG-Gemeinde (die ein Produktionsstudio für „Klagemauer-TV“ betreibt) nach hinten losgegangen sein.

Als unmittelbare Reaktion auf diese Propaganda-Veranstaltung des Vereins „Leben in Christus“ im Landkreis Donau-Ries hatten wir im Januar einen Info-Abend zum Thema OCG und Klagemauer-TV im Annapam veranstaltet. Unser Gast, eine langjährige Mitarbeiterin des Desinformationsmediums, legte wenige Tage danach auch in einem Kontrovers-Beitrag die Absichten und Ziele der neureligiösen extrem-evangelikalen Sekte dar.

In einem kurzen „Nachgehakt“ vom 12. Februar war nun zu erfahren, dass das bayerische Innen- und das Kultusministerium sich mit dem Thema befassen sollen.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katharina Schulze, erklärt in dem Film, es sei „mehr als nötig“, sich „stärker mit den Verschwörungstheorien im Netz zu beschäftigen“. Alfred Grob von der CSU weist darauf hin, dass „die Esoterik-Ecke“ immer noch verharmlost werde, trotz „der Elemente, die tendenziell ganz klar in Richtung Rechtsextremismus gehen“.

Einen Vortrag über „Klagemauer-TV“ (von Bernd Harder) gibt es beim nächsten „Freigeistigen Frühstück“ am 8. März im bfg Zentrum Augsburg.

Zum Weiterlesen:

  • „Kontrovers“: Bayerische Staatsregierung soll sich mit Klagemauer-TV befassen, GWUP-Blog am 13. Februar 2020
  • Von „Casus Factus“ ins Fernsehstudio, casus factus am 29. Januar 2020
  • Endzeit-Szenarien und Antisemitismus vor den Toren Augsburgs, casus factus am 11. Januar 2020
  • Skeptiker-Interview: Hinter der Klagemauer – welche Ziele verfolgt das „alternative Medienportal“? GWUP-Blog am 24. Juni 2019
  • „Klagemauer-TV“: Angst und Verunsicherung schüren, Vertrauen erschüttern, GWUP-Blog am 26. Juli 2019

„Kämpfen Sie!“: Bertolt-Brecht-Preis 2020 für Sibylle Berg

Wir gratulieren Sibylle Berg zum Bertolt-Brecht-Preis 2020 der Stadt Augsburg.

Die Schriftstellerin hat sich in ihrer SPON-Kolumne immer wieder auch mit Themen wie Esoterik, Verschwörungstheorien, Alternativmedizin, Online-Hetze etc. befasst.

Drei Höhepunkte aus den letzten Jahren:

https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/s-p-o-n-fragen-sie-frau-sibylle-sie-finden-sich-furchtbar-und-das-zu-recht-a-758594.html

Ist Ihnen noch nie aufgefallen, dass Esoteriker, Sichfinder, Erleuchtete eine wirklich unsympathische Menschengruppe sind?

Das Bild, das mich in meinen Vorurteilen komplett bestätigte, fand ich in Sri Lanka. Ein Jahr nach dem Tsunami, die Einwohner hockten vor vergammelten Massenlagern, die Ruinen ihrer Häuser standen traurig da, vermutlich lagen auch noch Überreste von Tieren, Menschen, Radios herum. Am Strand jedoch war alles schon wieder geputzt. Eine Gruppe deutscher Sinnsucher war angereist, um Yoga zu machen.

Ich hörte ihr Feilschen um Centbeträge im schnell wieder errichteten Spaghetti-Restaurant. Da wollen Sie doch nicht dazugehören, zu diesen Leuten, die fast immer verspannte Mundwinkel haben und jeden Satz mit ICH beginnen.

https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sibylle-berg-ueber-gleichgueltigkeit-nazis-antisemitismus-chemtrail-fanatiker-a-966593.html

Der Chemtrail-Fanatiker ist von der Richtigkeit seiner Ideen so überzeugt wie der Nazi, der Antisemit und der Grüne. Keine Wertung. Kein richtig oder falsch.

Je lauter Sie Ihr Argument vorbringen oder Ihre Forderung, umso verstockter wird Ihr Gegner werden. Die geistige Kapazität, um eigene Beschränktheiten zu erkennen, ist vielleicht zwei Prozent der Menschheit gegeben. Rechnen Sie nicht damit, wenn Sie auf Ihren Gegner treffen. Was tun wir also mit der Einsicht, dass Argumente fast niemanden erreichen, und dass Aggression jedes Problem nur zuspitzt?

Vielleicht denken Sie sich: Wenn ich die Gegner meiner Weltsicht nicht überzeugen kann, bleibe ich einfach zu Hause, poliere Porzellan und warte auf mein Ende. Das Problem: So angenehm sich dieser Gedanke anfühlen mag, er führt nicht zu einer Verbesserung der Welt oder was auch immer Sie dafür halten – nicht einmal im Kleinen.

Denn dieser Gedanke beraubt Sie der Chance, wenigstens die aufgeschlossenen zwei Prozent zu erreichen.

Die Theorien, die Impfgegner, Abtreibungsgegner, Flacherdler-Verschwörungstheoretiker, Demokratie- und Minderheitenkritiker von sich geben, lassen mich erstaunt zurück.

Als wäre es heute zwingend erforderlich, Unbelegbares von sich zu geben, um in der angenehmen Masse zu verschwinden und nicht aufzufallen. Ich schäme mich also ab und zu für erwachsene Menschen, die ihrer Angst vor dem Umstand, dass sie unbedeutend sein könnten (die fast immer berechtigt ist) durch Raunen und Krakeelen Ausdruck verleihen. Sie schreiben Kommentare, füllen Blogs, sie steigen auf Bierkästen und warnen […]

Setzen Sie sich ein. Kämpfen Sie in Briefen, im Netz oder 1.0 gegen alles, was die Bevölkerung Ihrer Länder wirklich bedroht. Den Krieg, den die rechten oder sogenannt konservativen Vertreterparteien der Superreichen gegen die ärmeren Schichten der Bevölkerung gerade führen. Den Klimawandel.

Die Zunahme von ausgestorben geglaubten Krankheiten durch schlaumeiernde Impfgegner, gegen die Gefährdung von Radfahrern, gegen die Ungleichbehandlung Ihrer Mitbürger, die nicht im Besitz eines Penis sind, gegen die Zubetonierung der Welt, gegen das Verscherbeln von Wasser und Boden, von Wohnraum und gegen die verdammte Privatisierung des gesellschaftlichen Eigentums.

Kämpfen Sie gern gegen Megakonzerne und Überwachung, gegen stumpfsinnige Digitalisierung sensibler Daten. Oder lesen Sie ein gutes Buch.

Die Preisverleihung findet am 18. Februar im Goldenen Saal des Rathauses statt.

Zum Weiterlesen:

  • Sibylle Berg über Impfgegner: Wenn sich Einfalt gegen das Gemeinwohl richtet, GWUP-Blog am 18. April 2015

Studientag am 14. März in Augsburg: „Todeserlebnisse und ihre Botschaften“

Todeserlebnisse und ihre Botschaften

… ist das Thema des nächsten Studientages, den der Fachbereich Religions- und Weltanschauungsfragen im Bistum Augsburg am 14. März veranstaltet.

Bei der Veranstaltung im Haus St. Ulrich geht es um „Nahtod“-Erlebnisse, insbesondere aber um die Botschaften von sogenannten „Nahtod-Visionären“ wie zum Beispiel der Österreicher Helmut Lungenschmid, der auch in Bayern regelmäßig Vorträge hält.

Lungenschmid will nach eigenen Angaben bei einer Zahnbehandlung im Alter von 15 Jahren in eine Art Koma gefallen sein und dabei „Jenseitsoffenbarungen“ über die Zukunft der Welt und der Kirche erhalten haben.

Nüchtern betrachtet erschöpfen sich seine Eingebungen in theologischen Absurditäten und rechtsfundamentalistischen Verschwörungstheorien über „dunkle Mächte“ wie Freimaurer, Satanisten und „Weltjudentum“, die unter anderem an der „Dezimierung“ der Weltbevölkerung und der „Islamisierung“ arbeiteten.

Die Tagungsgebühr beträgt 12 € (Schüler und Studenten 2 €), das Mittagessen kann für 14 € zugebucht werden.

Anmeldung per E-Mail an weltanschauung [at] bistum-augsburg.de

JW Help: Wohin ausstiegswillige und ehemalige „Zeugen Jehovas“ sich in Augsburg wenden können

Viel zu wenig bekannt ist, dass es in Augsburg einen sehr aktiven Verein für ehemalige und ausstiegswillige „Zeugen Jehovas“-Mitglieder gibt:

Ehrenmitglied von „JW Help“ ist Barbara Kohout, die eine eigene Homepage betreibt und viele Jahre lang die Selbsthilfegruppe „SeelNot Augsburg“ für Kult-Aussteiger, Betroffene und Angehörige leitete.

Dieser Tage war Kohout im Deutschlandfunk zu Gast, in der Sendung „Trennt Euch – Wenn Freundschaft zum Ballast wird“:

Barbara Kohout hatte keine Wahl: Als sie sich gegen die Zeugen Jehovas entscheidet, wird sie als „Abtrünnige“ aus der Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen.

Mit 70 Jahren verliert sie einen großen Teil ihrer Familie und Freunde. Ihre Geschwister und ihre Mutter brechen den Kontakt ab, Bekannte wechseln die Straßenseite, wenn sie ihnen begegnet. Barbara Kohout und ihr Mann werden sozial isoliert. Und fangen ein neues Leben an.

Heute, mit 81 Jahren, kann sie wieder ohne Groll am Königreichssaal der Zeugen Jehovas vorbei gehen: „Ich finde das jetzt schon als Geschenk, dass ich denken darf. Dass das kein Verbot ist, dass ich nicht gehorchen muss. Ich bin jetzt ich.“

Mittlerweile hält die Aussteigerin Vorträge, um ihre Erfahrungen bei den Zeugen Jehovas zu teilen.

Weitere Interviews mit Barbara Kohout gibt es zum Beispiel im Blog des ehemaligen „Zeugen Jehovas“ Oliver Wolschke und bei Planet Wissen.

Auch der junge öffentlich-rechtliche Youtube-Kanal Y-Kollektiv hat gerade einen Film über eine ZJ-Aussteigerin veröffentlicht:

Zum Augsburger Verein „JW Opfer Hilfe e.V.“ geht es hier.

Zum Weiterlesen:

  • Entlassungswelle bei den Zeugen Jehovas – ist das Ende nah? GWUP-Blog am 10. Oktober 2015
  • Videos: Junge Aussteigerinnen klären bei Youtube über die Zeugen Jehovas auf, GWUP-Blog am 1, Januar 2019

Fake News zum Coronavirus erreichen Augsburg

Eine Fake News kursiert in Augsburg:

Die Krankenhäuser im Landkreis Augsburg seien voll mit Coronavirus-Infizierten.

Das ist Unsinn, schreibt die Augsburger Allgemeine unter Berufung auf das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Täglich aktualisierte Infos über die Fake News und Verschwörungstheorien rund um das Corobavirus gibt’s hier im GWUP-Blog.

Zum Weiterlesen:

  • Coronavirus auf einen Blick: Die Panikmache, mimikama am 29. Januar 2020
  • Das sind die fünfeinhalb wildesten Verschwörungstheorien zum Coronavirus, Vice am 30. Januar 2020
  • Coronavirus: Neue Weltordnung oder Pharma-Verschwörung? GWUP-Blog am 28. Januar 2020
  • Video: Anmerkungen zu den Verschwörungstheorien um das Coronavirus in SAT.1, GWUP-Blog am 31. Januar 2020

Von „Casus Factus“ ins Fernsehstudio

Ein öffentlicher Auftritt unseres Talk-Gastes vom vergangenen Donnerstag erfolgte heute Abend im BR-Magazin Kontrovers.

Es war eine hochinteressante Veranstaltung.

Am Donnerstag sprachen wir im „Hempels“ mit einer langjährigen Mitarbeiterin des Youtube-Verschwörungskanals „Klagemauer-TV“ über die Hintergründe und Absichten dieses „Alternativmediums“.

Heute Abend war unser Gast auch im Fernsehen zu sehen:

Im BR-Magazin Kontrovers erklärte sie, dass es dem Sektenguru Ivo Sasek und seinem Medien-Imperium mitnichten um seriöse Informationen gehe – sondern letztendlich um „Herrschaft“.

Auch bei unserem Info-Abend sagte die OCG-Aussteigerin:

Sasek hat das klare Ziel, das Bestehende abzuschaffen und die Herrschaft Gottes auf Erden zu errichten, mit ihm an der Spitze.

Keinem anderen Ziel diene auch „Klagemauer-TV“:

Alle Beiträge von klagemauer.tv – zum Beispiel über 5G, Impfen, Klimawandel, Flüchtlinge, Kindesmissbrauch, Genderismus, Amokläufe, Sexualerziehung, Terroranschläge und so weiter – haben dieselbe Intention: nämlich zu „beweisen“, dass wir belogen werden, dass der Staat und seine Institutionen böse sind und uns schaden wollen.

Zugleich dient klagemauer.tv sich selbst damit als kompetentes, vertrauenswürdiges Alternativmedium an. So hofft man, die Zuschauer nach und nach empfänglich zu machen für die eigentliche Botschaft Saseks. Denn Menschen, die massiv verunsichert oder gar in Angst und Schrecken versetzt werden, sind manipulierbar.

Dann kann man ihnen die Mittel dagegen verkaufen, und das heißt in diesem Fall: ihnen die OCG beziehungsweise Saseks religiös-fundamentalistischen Gesellschaftsentwurf unter seiner Herrschaft schmackhaft machen.

Mit Sicherheit wird das dem Herr Sasek bei keinem, der am Donnerstabend dabei war, gelingen.

Zum Kontrovers-Video (zirka sieben Minuten) geht es hier.

Zum Weiterlesen:

  • Rechte Esoterik: Meditieren, heilen, Juden hassen, Zeit-Online am 20. Januar 2020
  • Warum ist Youtube voll von Verschwörungstheorien? jetzt am 31. Dezember 2019
  • Video: So funktioniert der „Infokrieg“ im Internet, GWUP-Blog am 1. Januar 2020

Endzeit-Szenarien und Antisemitismus vor den Toren Augsburgs

Unsere nächste Veranstaltung: Eine freikirchliche Gemeinde in Mertingen und ihre Verbindungen zu dem Youtube-Verschwörungssender „Klagemauer-TV“

Am Donnerstag, 23. Januar, 20 Uhr, ist bei uns im „Hempels“-Keller (Annapam, Bäckergasse 23) ein ehemaliger Mitarbeiter von „Klagemauer-TV“ zu Gast, der darüber berichtet, wie dieser Verschwörungs-Kanal auch im Großraum Augsburg seine Videos produziert.

Zum Hintergrund:

Im November berichtete die Augsburger Allgemeine über den Youtube-Kanal „Klagemauer-TV“ (kla.tv), der mit hunderttausendfach geklickten Videos Verschwörungstheorien, rechte Hetze und Antisemitismus verbreitet.

Eine der Produktionsstätten von „Klagemauer-TV“ befindet sich im nordschwäbischen Mertingen. Betrieben wird das Studio von Mitgliedern der freikirchlichen Gemeinde „Leben in Christus“, die auf ihrer Homepage selbst eine Verbindung zu dem Schweizer „Sekten-Guru“ (SRF) Ivo Sasek angibt. Sasek ist Gründer der neureligiösen extrem-evangelikalen „Organischen Christus-Generation (OCG)“, die neben „Klagemauer-TV“ noch weitere Propaganda-Projekte wie zum Beispiel „Jugend-TV“ und die „Anti-Zensur-Koalition“ (AZK) steuert.

Als Reaktion auf den AZ-Artikel vom 26. November hat „Leben in Christus“ ein „Bürgergespräch“ am 22. Januar in Mertingen anberaumt, um die angeblichen „Falschinformationen“ in dem Beitrag „richtig zu stellen“.  Als Gegengewicht zu dieser vorhersehbaren Werbe-Veranstaltung laden wir ein ehemaliges OCG-Mitglied ein, das viele Jahre lang in die Strukturen und Abläufe der Organisation involviert war.

Seine Kernaussage:

Die „Leben in Christus“-Gemeinde Mertingen ist keine freikirchliche Gemeinde im herkömmlichen Sinne; sie ist ein Saseksches Dienstorgan mit Filmstudio, Druckerei etc. Sonst nichts. Die angeblichen Gottesdienste einmal im Monat dienen einzig dazu, Menschen für die Netzwerke der Sekte zu rekrutieren.

Ein skurriles „Gegendarstellungs“-Video von kla.tv zum Artikel der Augsburger Allgemeinen findet sich hier. Es gibt einen guten Einblick in die Denk- und Vorgehensweise der OCG.

Auch das BR-Politmagazin Kontrovers hat vor vier Jahren über das „Klagemauer“-Studio in Mertingen berichtet.

Im GWUP-Blog gibt es ebenfalls ein Interview dazu.